Kritiken, Stimmen, Meinungen ...

Dem Klang der Nacht nachspüren

Gelegenheit, dem Klang der Nacht in seiner friedvollen Stille und in seinen geheimen Schrecken nachzuspüren, bot der zweite Abend des Bobinger Musiksommers (...) Das Besondere an diesen zeitgenössischen Stücken ist, dass von den sieben, die zu hören waren, fünf eigens für Stefan Barcsay komponiert wurden. Außerdem, dass der Angelpunkt des Konzertes der von Franz Schubert vertonte Text „Nacht und Träume“ von Matthäus von Collin (1779 bis 1824) war, auf den sich die Kompositionen immer wieder bezogen.
Etwa in dem Titel mit doppelter Lesart „Nach-träume“, in dem der Text zur Musik geflüstert wird. Oder in Enjott Schneiders Komposition „Obscuritas“, in dem deutlich hörbar wird, wie sich das Unterbewusstsein im nächtlichen Traumerleben bemerkbar macht.
Fernando Sors perlende Etüden im Wechsel mit den poetischen „Nachstücken“ verfehlten ihre Wirkung auf die Zuhörer nicht, die spürbar in den Bann des musikalischen Geschehens gezogen wurden. Auch fühlte man sich auf beruhigende Weise eingehüllt in den dunklen Mantel der Nacht.
Man konnte sich vorstellen, wie der Nachtwind in Larisa Vrhuncs „Na Vetru“ sanft über Gräser streicht. Oder wie Gedanken kommen und gehen in Stefan Blums „Shikantaza“, bei dem Stefan Barcsay neben der Gitarre auch noch Klangschalen und Gong spielte. Für ihn gab es am Ende von den begeisterten Zuhörern so viel Applaus, dass er sich noch zu einer Zugabe überreden ließ.

Schwabmünchner Zeitung/ Bobinger Musiksommer 26.7. 2017


Nacht und Träume

Sowohl die „Nacht und Träume“ des Würzburger Komponisten Klaus Hinrich Stahmer (geboren 1941) als auch die „Nachträume“ des Darmstädter Alois Bröder (geboren 1961) und der Vertonung des Würzburgers Joachim F. W. Schneider „Nacht und Träume“ zogen die Zuhörer in ihren Bann. Wenn man sich auf „Na Vetru“ aus der Feder der slowenischen Komponistin Larisa Vrhunc konzentrierte, konnte man den darin beschriebenen Wind fast hautnah spüren. Dazwischen interpretierte Barcsay Etüden des berühmten spanischen Gitarristen und Komponisten Fernando Sor, deren Klangvielfalt einen effektvollen Akzent setzte.

Auch der Münchner Komponist Enjott Schneider, der unter anderem die Filmmusiken zu „Stalingrad“, „Herbstmilch“ und „Schwabenkinder“ komponierte, hat mehrere Stücke für Stefan Barcsay geschrieben, darunter die Komposition „Obscuritas“ (Traumbilder). Sie versprühte einen Hauch des Unbekannten, des Düsteren und Geheimnisvollen im Kirchenraum.

Stefan Blum (geboren 1963) ist ein Schlagzeuger, der für Stefan Barcsay die „Shikantaza“ geschrieben hat. Dass da auch Schlaginstrumente mit ein-gebaut sind, verwunderte demnach nicht. Die Gitarre wird unterstützt oder ihre Klänge unterbrochen von Schlägen auf den Holzblock, dem leichten Anschlagen kleiner Klangschalen und dem sanften und dunklen Ton eines „Tamtam“, eines Gongs. Dieses meditative Stück erinnert an den Zen-Buddhismus, nach einer Weile lauschte man fasziniert. Ebenso der „Nacht ohne Träume“, die der Karlsruher Komponist Stephan Marc Schneider Stefan Barcsay gewidmet hat. Die Zuhörer hätten sich noch lange diesen Stimmungen überlassen können.

Mittelschwäbische Nachrichten, Juni 2017


AFRA-Projekt

Das Besondere und der Reiz seines Spiels: Immer wieder kontrastierte er die eher traditionellen Melodien mit zeitgenössischen Kompositionen, von denen einige ihm gewidmet sind und wie für diese Lesung mit Musik geschaffen schienen. Brüche, Gefährungen, Trauer und Angst – immer wieder klangen solche Momene in den oft zerrissenen, oft fragmentarisch, oft verzweifelt oder auch fast resignativ suchenden modernen Werken an und spiegelten Vieles von dem, was vor 1800 Jahren das Leben der hl. Afra und heute noch das Leben vieler Flüchtlinge bestimmt. Der klopfende, drängende Rhythmus in Hubert Hoches „Hear the silence", die geflüsterten, gehauchten Worte in Alois Bröders „Nachträume" von 2015, vor allem aber das „Lied nach Franz Schubert" mit dem Titel „Nacht und Träume" von Joachim F.W. Schneider brachten den Kern der Texte mit den Mitteln der Musik intensiv und punktgenau zum Ausdruck und boten – so ganz nebenbei – noch die beste Werbung für zeitgenössische Musik, die man sich denken kann.

MAIN ECHO SEPTEMBER 2016


Nacht und Träume

Barcsay musizierte filigran, sauber und klangschön. Sein besonderer Verdienst ist sicher, dass er Komponisten dazu motiviert, für die Gitarre zu schreiben und gleichzeitig die neu entstandene Musik seinem Publikum schmackhaft macht.

Allgäuer Zeitung vom 28.9.2016


CD: Nacht und Träume

Die neue Gitarrenplatte von Stefan Barcsay unter dem Titel „Nacht und Träume“ vereint sechs zeitgenössische Kompositionen - vier davon sind ihm gewidmet - mit zwei Werken des Klas­sikers Fernando Sor. Stille Klänge in dunkel leuchtenden Farben, geräusch­reiche, von geheimnisvollem Geflüster begleitete Sequenzen, dumpfe Schlä­ge auf das Holz und kleine zusätzliche Perkussions­instrumente schaffen eine fantastische, leicht hoffmanneske At­mosphäre. Das hoch konzentrierte Mu­sizieren, das den schönen Ton und die perkussive Attacke mit gleicher Sorg­falt gestaltet, wird durch die Aufnah­metechnik zum räumlichen Klangtheater ausgeweitet. (raccanto)

Max Nyffeler, nmz, 4/2016

Zu bewundern ist das Spiel Barcsays, der die hohen Anforderungen der Werke textgetreu und stimmungsvoll meistert.

>> Artikel zum Download PDF

CD-Tipp von Stefanie Knauer in: Sonntagsblatt, April 2016

Stefan Barcsay gebührt alle Achtung. Bewundernswert ist, dass Barcsay die Vielseitigkeit und das instrumentale Multitasking mit Gitarre, Stimme, Percussion mitbringt, dazu auch die Fähigkeit, sich auf sieben verschiedene Tonsprachen einzulassen , und die komplizierten Klangschichtungen sowie die unkonventionellen Spielanweisungen anzueignen.

Stephanie Knauer, Augsburger Allgemeine Zeitung 6.4.2016

Very interesting piece, with a meditative and unique aesthetic! Stefan Barcsay´s convincing guitar playing shows his great amount of musicality and is beautiful to listen to. People who are on search for touching and astoundingly played guitarmusic, should definitely listen to his Cds!!!

Martin Ciban in >> YouTube zu SM Schneider: Nacht ohne Träume


CD: Children's Corner

Huldigung an die Einfachheit
Der Gitarrist Stefan Barcsay präsentierte sein Projekt „Children’s Corner“

Claude Debussy gab den Titel vor mit Kinderszenen für Klavier. „Children’s Corner“ heißt auch Stefan Barcsays neues Projekt. Der Gitarrist stellte es in der Leonhardskapelle vor. Adressat des Benefizkonzerts war nicht nur das Publikum, sondern auch der „Bunte Kreis“, der schwer kranke Kinder und ihre Familien unterstützt. Mit vier fünfteiligen Zyklen zeitgenössischer Komponisten war der Spielraum abgesteckt. Die „Kinder-Ecke“ stellte sich aber nicht als musikalisch unerhebliche Krabbelgruppe dar, vielmehr als kunstvolle Huldigung an die Einfachheit.

Miniaturen wie Tagträume oder Schrecksekunden

Von dem Komponisten und Gitarristen Alois Bröder (*1961), Spezialist für sein Instrument, auch mit großen Bühnenwerken erfolgreich, hörte man zwei Mini-Zyklen, jeweils „Fünf Verse“ genannt. Die erstensind„Hedwig / Liese / Maria / Grete“ – und „Jesus“ zugeeignet. Sprecher rezitierten die knappen Zeilen, eine Mischung aus Kinderreim von der Straße und der Skurrilität Christian Morgensterns. Barcsay verlieh den wie im japanischen Haiku komprimierten Stimmungen und Klangwölkchen subtile musikalische Struktur – Momente, Entdeckungen, Sinnesreize, Tagträume, Schrecksekunden.
Bröders zweite „Fünf Verse“ sind Barcsay selbst gewidmet: „die Knaben / der Wasserfall / der Baum / die Kirschen / das Röckchen“ haben den Saiten eine Spur mehr Bewegung, mehr spielerische „action“ zugeteilt, in Gestalt von sanft gleitenden Läufen, balladesken Ansätzen, bis zum Schluss, wo es heißt „...hängst du dein Röckchen auf, häng ich mein Jäckchen auf“.
Ulrich Schultheiss (*1956), Theorieprofessor in Detmold, komponiert nicht theoretisch grau. Seine „bubbles“, also Seifenblasen von „Monolog / „Ätsch! / Langweilig? / Wippen“ bis „...mag ich nicht!“ schillern in allen Farben. Die poetische Spannweite reicht von hingetupften Klangpunkten, kokett choreografierten Tanzsplittern bis zur schwingenden Arabeske. Mit Enjott Schneider (*1950), bekannt vor allem durch seine Filmmusik, verbindet Barcsay ein freundschaftliches Verhältnis. Er brachte „Vom Kindsein“ zur Uraufführung. Schneider bindet die Stationen „verzaubert / verstört / verloren / verliebt ...endlich erwachsen“ zum kunstvoll gewirkten Bogen. Er – und sein Interpret – spielt virtuos mit Anmutungen von Tanz, Romanze und Ironie, wenn sich das „Erwachsenwerden“ nach den träumerischen Phasen durch marschartiges Schreiten andeutet.
Zum Schluss spielte Barcsay „Toccatinalego“ des Augsburgers Dominik Uhrmacher (*1967). Die kleine „Toccata“, aufgestellt durch musikalische „Lego“-Teile, zeichnet sich durch unorthodoxe Motorik, Geräusche wie Glissandi durch Saitenverstimmung, auch melodische Verläufe aus. Stefan Barcsay will „Children’s Corner“ als CD herausbringen.

Quelle: Manfred Engelhardt, Augsburger Allgemeine vom 8.7.2013

Stefan Barcsay spielt makellos und spürt sensibel musikalische Kernaussagen auf. Seine CD orientiert sich nicht am gängigen Gitarrenrepertoire – das ist verdienstvoll und gewagt! Durch ihre Zusammenstellung und die ausgezeichnete Interpretation von Stefan Barcsay ist das ein wahrer Fundus nicht nur für Gitarristen, die ihr Repertoire erneuern möchten.

Elke Tober-Vogt, Auftakt , Ausgabe 4/14

 

Die Musik ist zeitgenössisch und kindgerecht – ein Drahtseilakt, den die sechs Komponisten der CD jeweils 2012 individuell und mit Bravour meisterten. Mit Ausnahme der „Fünf Verse“ von Alois Bröder (*1961) zum Anfang entstanden alle Werke im Auftrag Stefan Barcsays und wurden von ihm uraufgeführt. Der Gitarrist spielt nie mit hartem Ton, dabei durchaus auch zupackend und virtuos, spielt mit vielen Facetten, Klangfarben und klarer Darstellung und respektvoller Werktreue.

Der renommierte Booklet-Autor Max Nyffeler nennt den Interpreten einen „idealen Geschichtenerzähler“ und die 27 kurzen Stücke der CD „Miniaturen“, die nicht für die Aufführung in großen Sälen bestimmt seien. Angenehm anspruchsvoll sind sie auch: Mit moderner Gestalt, aber gut zu hören dürfte die Musik selbst denen gefallen, die zeitgenössischer Musik skeptisch gegenüberstehen.

Stefanie Knauer, Augsburger Allgemeine

 

Länger sind die fünf Teile der neuen Verse, von melodischer Erweiterung und ein auditiver Hochgenuss. "PlingPlong, Musik mit Spieluhren" des 1970 geborenen Joachim F. W. Schneider ist mit seinen knapp elf Minuten das längste Stück des Tonträgers. Das einzige auch, das nicht der Gitarre allein vorbehalten, sondern um eine Lochbandspieluhr erweitert ist. Ebenfalls 2012 entstanden, entführt die Komposition in eine Welt der Dualität, pendelt eindrucksvoll zwischen Wachzustand und Schlaf, zwischen Traum und Realität, zwischen Geborgenheit und Angst. Stefan Barcsay "Children 's Corner" ist ein ausgewogenes Werk, das nicht allein die Freunde klassischer Gitarrenmusik begeistern wird.

Eric Zwang-Eriksson, Sonntagszeitung 17./18. Mai 2014

 

... Hat wirklich Freude bereitet. Sehr schöne Kompositionen, immer spannend von Takt zu Takt, da hast Du mit Herz was sehr schönes gemacht. Kann man einfach mit viel Vergnügen anhören! Und dabei in sich hineinschmunzeln. Freu mich schon, sie morgen wieder aufzulegen.

Fritz Ober, Gitarrenbauer

 

Der Gitarrenklang ist tatsächlich sehr voll und satt und schön. Und Deinem Spiel hört man an, wie sehr Du Dich mit den jeweiligen Kompositionen verbunden hast, so lebendig und frisch und durchformt, wie es klingt.
Die Stücke verfolgen recht unterschiedliche Ansätze, während sie doch ähnliche Sprachen sprechen und sich so insgesamt nicht etwas Buntes, sondern eher schattiert Einheitliches ergibt. Großes Glück und großes Kompliment!

Alois Bröder


Konzert: Children's Corner

Kompositionen zur Kindheit

 

Was 2014 als CD-Projekt mit dem Titel „Children’s Corner“ entstehen wird, stellte der Gitarrist Stefan Barcsay nun an verschiedenen Abenden vor. Anfang Dezember 2013 erklangen dem Interpreten gewidmete Werke von vier Komponisten, alle auf ihre Art mit Kindheit oder Jugend in Zusammenhang stehend. Man darf sich diese Stücke allerdings nicht als einfach im Sinne von kinderleicht spielbar oder im Sinne der sogenannten „Neuen Einfachheit“ vorstellen, sie sind auch nicht in die Minimal-Schublade zu stecken. Es ist wohltuend, dass endlich Dogmatik keine Rolle mehr spielt, nur noch Qualität.

Und so darf Tonales und Rhythmisches neben Atonalem und Arhythmischem stehen und im Fall der „Fünf Verse“, wie auch der „Fünf neuen Verse“ von Alois Bröder (*1961) in modaler Weise den Bogen zwischen absoluter und konkreter Musik spannen. Inspiriert wurde der Komponist durch die Textsammlung des Anthropologen und Sexualforschers Ernest Bornemann, mit auf Kinderspielplätzen gehörten und aufgeschriebenen Versen. Diese Verse, oftmals Verballhornungen von Sprüchen Erwachsener, werden von den Kindern noch gar nicht verstanden und deshalb zumeist ohne Sinnzusammenhang wie Abzählreime skandiert. Diese musikalisierte Sprache interessiert Bröder im Kontrast zur rein-musikalischen Sprache.

Als Erwachsenem wird einem der Marsch geblasen, man tritt ein in das Hamsterrad der Arbeitswelt – als Kind hat man noch Träume. In die Welt der ersten vier Teile des Charakterstücks „Vom Kindsein“ des Komponisten und Barcsays Mentor Enjott Schneider (*1950) wünscht man sich zurück, sobald die harschen Schlagklänge des fünften – „...endlich erwachsen“ – erklingen. Mit vielen Spezialtechniken, wie Tapping und Flageoletts fühlt man sich tatsächlich „verzaubert“, „verstört“, „verloren“ und – in die Musik –„verliebt“.

„genauso wie die anderen“ von Stephan Marc Schneider (*1970), war gar nicht genauso wie die anderen sondern das Werk mit der kompositorisch weitesten Bandbreite. Es wechselt abrupt zwischen polytonalen melischen und von der Spielweise der persischen Tombak abgeleiteten rhythmischen, ornamentalen Abschnitten und vermittelt dadurch einen Eindruck des jugendlichen Dilemmas zwischen dem unbedingten Mitmachen jeglicher Trends und Moden und dem möglichst coolen Distanzhalten von der grauen Masse. Tatsächlich war der junge Sohn des Komponisten Stichwortgeber für den Titel.
„Pling Plong“ ist gleichzeitig Titel und Soundword eines uraufgeführten Werks für Gitarre und Spieluhr von Joachim F. W. Schneider (*1970), dem dritten der gleichnamigen aber nicht untereinander verwandten Komponisten. Die Spieluhr, ein kleines Kästchen, durch das per Kurbel gemäß der Komposition gestanzte Papierstreifen gezogen werden und dadurch Metall-Lamellen zum Schwingen gebracht werden, kommt im akustisch perfekten Kirchenraum von Maria Stern in Augsburg fast wie eine Celesta zu Geltung und kann so der Gitarre antworten. Was die Gitarre aber nun an Klangfarbenreichtum bietet, beantwortet die Spieluhr, gespielt vom Komponisten, mit komplexen, auf nichtmechanischen Instrumenten unspielbaren Taktcollagen.

Stefan Barcsay trug die Werke mit gewohnt professioneller Gelassenheit bei höchster Konzentration vor, und baute auch die darüberhinaus hörbare „Spieluhr“, nämlich das feine Gebetläuten des Klosters gekonnt mit ein, was kontemplativ-beruhigend auf das Publikum wirkte, das im akustisch hochsensiblen Kirchenraum mucksmäuschenstill lauschte.

Christian Z. Müller, Augsburg in der Neuen Musikzeitung


Zur CD NOCTURNES

Prof. Jürgen Ruck

Es ist eine wunderbare Aufnahme. Du mit Deiner Romanillos, Ihr klingt fantastisch zusammen! Die Kompositionen sind sehr gut zusammengestellt, so dass es auch großen Spaß macht, die ganze CD durchzuhören, nicht nur für Spezialisten. Großes Kompliment! Enjott Schneiders Stücke gefallen mir sehr (...)


Max Döhlemann, musikalischer Leiter Berliner Ensemble

... du hast so eine immense funktionierende Musikalität, bei dir klingen einfach alle Stücke gut. Bin im Momemt elektrisiert ...


Max Nyffeler neue musikzeitung 3/12

Leise Sensationen
In frei atmender Bewegung entfalten sich die drei Nocturnes von Enjott Schneider, die der CD des Gitarristen Stefan Barcsay den Titel gegeben haben. Der ruhige, die großen Bögen betonende Gestus des Spiels, der hier vorherrscht, verleiht auch den anderen Stücken Gesicht und Profil: den in sich kreisenden „Mysterious Habitats“ von Dusan Bogdanovic, den beiden Impromptus von Richard Heller, den rhapsodischen „Blackwattle Caprices“ von Ross Edwards mit ihren schön ausgeformten Melodiebögen und den makellos eindringlich musizierten fünf Préludes von Heitor Villa-Lobos. Eine CD der leisen Sensationen für besinnliche Stunden.


José Romanillos

I must confess that to listen to your CD was an enjoyable and delightful experience not only for the unknown and refreshing music but also for your elegant and sensitive playing. On listening to the sound I could perceive how you have used every nuance offered by the instrument which, in my opinion, indicates you have taken the time to get to know the implicit response of the instrument. Thank you for giving the instrument the opportunity of sounding at its best .Many congratulatións for such a splendid recording and for your presentation.
Our sincere thanks, Marian & José Romanillos


hinweis Ross Edwards

I have had the chance only to listen to Blackwattle Caprices and I was enchanted by your refined and highly poetic interpretation – quite unique amongst the others I have heard.(...) Many thanks, and congratulations once more on your beautiful guitar playing! I’m so pleased you chose to include my little pieces!


Dr. Robert Forster, Stadtbücherei Augsburg

(...) Nach diesem kontemplativen Höhepunkt folgt (ähnlich wie in Barcsays voriger CD) die Umkehr ins lebenspralle Diesseits mit einem folkloristisch inspirierten Werk: die jedem klassischen Gitarristen vertrauten fünf Préludes von Villa-Lobos am Schluß der CD illustrieren laut Komponist jeweils einen typischen brasilianischen Volkscharakter. Mit diesem gitarristisch brillanten Ausklang rundet sich ein weiterer thematischer Spannungsbogen ab; denn auch die eröffenden „Mysterious Habitats“, ein klanglich-rhythmisch packendes Meisterwerk von Dušan Bogdanović, sowie die teils verträumten, teils tänzerisch temperamentvollen (und spieltechnisch vertrackten!) Blackwattle Caprices des Australiers Ross Edwards sind hörbar geographisch-ethnisch bzw. lokal verortet. So überzeugend wie die farbenreiche Gesamtkonzeption, so bezwingend ist Stefan Barcsays auf einem wunderbaren Instrument dargebotene Interpretation. Sie kennt offensichtlich keine technischen Schwierigkeiten und nimmt vom ersten Ton an durch Brillanz und Präzision wie durch kultivierten Anschlag und lyrische Wärme gefangen.


Stefan Soewandi

zu Nocturnes:

Mir gefällt Ihre intensive und stimmungsvolle Spielweise sehr gut, besonders angesprochen haben mich die Nocturnes von Enjott Schneider, vor allem der letzte Satz.


Richard Heller

Die CD NOCTURNES zeigt Stefan Barcsay wieder einmal als tiefschürfend grüblerischen Musiker, der seinen Weg weit abseits der ausgetretenen Pfade üblicher Gitarristen-Literatur unbeirrt geht, ohne auf schnellen Erfolg und breite Bekanntheit zu schielen. Seine Neugier auf Unbekanntes und Unverbrauchtes lässt ihn für seine Konzerte wie CD-Einspielungen auch immer wieder „Nischenwerke“ wählen, die er sich ohne Referenzmöglichkeiten aneignet, und denen er mit ausdrucksstarker Musikalität gerecht wird.


Augsburger Allgemeine, Dezember 2011

Eine reizvolle CD für Liebhaber der klassischen Gitarre hat der Augsburger Stefan Barcsay jetzt vorgelegt. Mit ihrem Titel „Nocturnes“ greift sie die Komposition von Enjott Schneider auf, die der vor allem als Filmkomponist bekannte Künstler („Schlafes Bruder“) eigens Stefan Barcsay gewidmet hat. In dieser „Welt-Ersteinspielung“ versteht es Barcsay wunderbar, diese Komposition mit Leben zu erfüllen. (...) Diese unterschiedlichen Stimmungen spiegeln sich in Barcsays Gitarrenspiel wider, mal traumhaft- sinnlich, mal flüchtig, dann wiederum beständig mit einer weit ausschwingenden Melodie. (...) die fünf „Préludes“ von Villa-Lobos, die Stefan Barcsay in ihrer Vielfarbigkeit wunderschön durchdringt.


hinweis Enjott Schneider

... erstklassig gespielt mit betörender Intimität und auf höchstem technischem wie klanglichem Niveau ... eine Musik zum Nachdenken und Innehalten (...) darf man in der CD NOCTURNES eine merkwürdige Erfahrung  erleben: die Gewalt der Stille ist nicht weniger emotional als der Farbenreichtum des Sinfonieorchesters!


Zur CD SILENT MOUNTAIN

hinweis Ross Edwards

I must congratulate you on Silent Mountain! I think your performances are truly exquisite – such control – so very musical and so sensitively shaped - and yet such a big sound! I look forward very much to hearing Nocturnes and your performance of my pieces. I was unfamiliar with the music the music on Silent Mountain except, of course, the de Falla. I’ve heard other music of Leo Brouwer and I knew him many years ago in London. (Please say hello to him from me if you are in touch). His music is particularly striking – you must really enjoy playing it! – but my very favourite is the beautiful Une dia de noviembre – such a fitting way to end an excellent disc.


Stefan Soewandi

selten so eine gute Interpretation von Leo Brouwer "Dos Temas populares cubanos", Falla "Homenaja" und Sor "La Calma" gehört. Die Klarheit und der Tiefgang der musikalischen Betrachtungsweise und die sich daraus ergebende Interpretation finde ich äußerst bemerkenswert. Bei Leo Brouwer "Viaje a la Semilla" finde ich die Differenziertheit zwischen den kraftvollen und lyrischen Teilen sehr gelungen. Das Stück "Silent Mountain" ist einfach nur noch schön, sowohl von der Komposition, als auch von der Spielweise her. Die Programmzusammenstellung ist sehr bemerkenswert.


KONZERTKRITIKEN

Augsburger Allgemeine 10/2012

Neues für Gitarre mit Stefan Barcsay

Konzert in Augsburg: "...bravourös, farbig, fein abgestimmt ..."

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Konzerts beim TKVA in der Leonhardskapelle der Fuggerei

Respektvoll sprach Stefan Barcsay am Anfang seines Solorezitals „nuvole“ von den Menschen, die heute „mit viel Überlegung Musik schreiben“ und die man noch zu ihren Werken befragen könne. Neue Musik ist lebendige Kunst, Spiegel ihrer Zeit und – anders als in der breitgängigen Klassik - geschrieben von Komponisten der Gegenwart.
Der Augsburger Gitarrist spielte an diesem Oktobersamstag in der spätgotischen Leonhardskapelle im Souterrain der Augsburger Fuggerei einen Abend lang Neue Musik vor voll besetzten Stuhlreihen und einem konzentriert zuhörenden Publikum. Bravourös, farbig, fein abgestimmt und präzise spielend, dazwischen entspannt moderierend gelang Barcsay der Spannungsbogen bis zum Schlusston. Am Ende stand Multimedia: Während sich die aussagekräftig reduziert gemalten Landstriche mit immergleicher Horizontlinie langsam auf der Leinwand - projizierte Gemälde des bildenden Künstlers Andi Schmitt - im Laufe der Orte und Jahreszeiten wandelten, die Eisfläche zum grünen Teppich mutierte und die Meeresfläche zu Erdschollen, der Morgen zum Abend, führte Stefan Barcsay den Viersätzer „nuvole“ des gebürtigen Nürnbergers Ulrich Schultheiss (*1956) urauf.

Schultheiss spiegelte im ersten Satz „nur ein wenig bewegt“ mit Hoch und Tief den gemalten, immer gleichen Horizont, im dritten Satz „unruhige Elemente“ mit seinen Trillern, seiner Brüske die Einsamkeit der Landschaften wider und endete mit „vivo“ gemäßigt aufgewühlt, in energischen Repetitionen. Drei der sieben Programmstücke waren Uraufführungen: Dominik Uhrmacher (*1967) wurde zu seinem groovig beginnenden „Toccatinalego“ vom Legospiel seines Sohnes inspiriert und erinnerte mit den barocken Reminiszenzen, durch seine abschnittsweise Form an das Baukastenspiel. Wie in seinen „Fünf Versen“ zu Programmbeginn vertonte Alois Bröder (*1961) in „5 neue Verse“ (UA) die zugrunde liegenden Kinderreime lautmalerisch - „Die Knaben“ gingen tatsächlich „leis“ und „sacht“, das Wasser in „Der Wasserfall“ floss „Zwischen dir und mir“ stärker – und verbildlichend: „Der Baum“ gab das thematische Oben und Unten wieder, kokett hingen in „Das Röckchen“ Rock und Jacke am Haken. Richard Hellers (*1954) „2 Impromptus“ (op.52) klangen filigran wie japanische Tuschemalerei, kosteten den „Drei-Klang“ und „zwei-stimmig“ bildhaft buchstäblich, mit asymmetrischem Rhythmusgrund aus. Auch Enjott Schneiders „Nocturnes“ nach lateinischen Sprüchen, die filmmusikalisch verdolmetschten und Dušan Bogdanovićs (*1955) „Mysterious Habitats“ über ein plastisch sich hebendes und sinkendes Ostinato schienen tonal orientiert. Alte Formen spielten an diesem Abend eine wichtige Rolle. Das Programm gefiel dem Publikum, der Beifall war nach jedem Stück stark, eine Zugabe – Stefan Barcsay entschied sich für einen alten Meister - wurde deutlich verlangt.

Stephanie Knauer
Augsburger Allgemeine, Oktober 2012


neue musikzeitung 7/8-2011

Der Abschied vom Irdischen

Der Gitarrist Stefan Barcsay erinnert mit seinen Konzerten daran, dass Musik (und Musik erleben) auch einen symbolischen Mehrwert hat: Sie verweist auf etwas anderes ausßerhalb ihrer selbst. (...)

von Christian Nees

hinweis

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Mittelschwäbische Nachrichten, 19.1.2012

nocturnes

Stefan Barcsay auf den Leib geschrieben scheinen die Nocturnes von Enjott Schneider, die er dem Dozenten der Berufsfachschule für Musik in Krumbach gewidmet hat. Phänomenal, wie Barcsay eine Art von Oberfläche herstellt, unter der die Kräfte des Traumes oder die des unbablässig auf den Stein Tropfenden ihr leise machtvolles Werk vollbringen.(...)

von Dr. Heinrich Lindenmayr


Der Teckbote, 28.3.2011

Klangraum und soziale Plastik

(...)Enjott Schneiders drei Nocturnes boten den Hörern im Dettinger Atelier Gelegenheit, sich mit seinem aktuellen kompositorischen Schaffen vertraut zu machen. Nur zwei Monate zuvor an der Regensburger Musikhochschule uraufgeführt, eröffnete Stefan Barcsay feinsinnig Zugänge zu einer Klangwelt, die sich dem Komponisten zufolge auch in der Tradition eines Frédéric Chopin verorten lässt. Mit seinen eigenen Nocturnes habe Chopin „ambivalent leuchtende Kleinode“ geschaffen, die „dem höchst Sublimen eben so nahe waren wie einem dämonischen Abgrund“, schreibt Schneider im Vorwort zur Notenausgabe.
In diesem Strom bewegen sich auch seine Nocturnes für Solo-Gitarre. Jedoch nicht als epigonale Geschöpfe oder als bloße Versammlung von Stilzitaten. Vielmehr ist es ihre innere Haltung, ihr introspektiver Gestus, aus denen ein eigenständiges Idiom erwächst, das Gegenwärtigkeit und Anbindung in der Tradition vereint. (...)

Florian Stegmaier

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Neue Musikzeitung | April 2010

"Intime Kammermusik, wunderbar entspannt interpretiert"

"Nachhaltigen Eindruck hinterlässt die Ersteinspielung von "Silent Mountain" des chinesischen Komponisten Qu Xiao Song - schlichte, konzentrierte Klangzeichen mit schlackenloser Schönheit zum Erklingen gebracht."
Max Nyffeler

 


Augsburger Allgemeine | 16. März .2010

So viel Kraft in der Ruhe

Es entstand der Eindruck eines unendlich ruhig dahin fließenden Stromes: ein einnehmendes Hörerlebnis.

 


Neue Musikzeitung | September 2006

Schweigen und Grollen

Barcsay hat für seine Interpretationen eine große Klangfarbenpalette zur Verfügung, er ist ein Meister der raffiniertesten Spieltechniken. Das erlaubt es ihm einerseits, meditatives "Schweigen" (bei "Ji" - die Stille von Xiao-Song) darzustellen und im nächsten Moment das Grollen und Donnern von Gewehrsalven (so im "Decameron Negro" von Brouwer).

 


Augsburger Allgemeine | 22. September 2005

Eine Oase der Ruhe

Der Gitarrist Stefan Barcsay ist der Stille auf der Spur

Stefan Barcsay ist im Laufe der Jahre zu einem Gitarristen herangereift, der jene Einheit zwischen Interpret, Werk und Instrument zu schaffen weiß, aus der Musik erst ihre Authentizität gewinnt: Gekonnt seine Balance zwischen nobler Abgeklärtheit, musikalischem Feinsinn, zwischen technischem Niveau und künstlerischer Präsenz.

In den Mittelpunkt rückte dann Leo Brouwers »El Decameron negro«: Diese drei Balladen – inspirieren ließ sich der Kubaner von dem Ethnologen Leon Frobenius – führten zu einer afro-cubanischen Stilmischung voller Farbe, Emotion und Poesie. »Die Harfe des Kriegers« implizierte schon die Grundidee, dass sich der Soldat zum Musiker bekehrt, sich der Krieg zum Frieden wandelt. Subtil rief der Solist diese Harfentöne wach, ehe dann »Die Flucht der Liebenden durch das Tal der Echos« nach markantem Beginn ins gehetzt Atemlose changierte, sich die Echo-Effekte virtuos zu überschlagen schienen und in der Ferne verloren. Zärtlichkeit sprach aus der »Ballade vom liebeskranken Mädchen«, die aber über die Rondoform immer wieder rhythmischen Drive gewann. Assoziationen an Keith Jarretts Klavier-Recitals wurden wach.

 


Illertisser Zeitung | 25. September 2002

Gitarrist Stefan Barcsay zum Vöhringer Stadtjubiläum

Stefan Barcsay begeisterte durch die Intensität und Ausdrucksfreudigkeit seines Spiels, was die überaus zahlreichen Zuhörer gebührend zu würdigen wussten.

Stefan Barcsay beherrscht sein Instrument souverän, setzt klanglich Akzente ohne jedoch der Versuchung der Extravaganz zu erliegen und sich durch übehöhte Tempi oder Effekthascherei in Szene zu setzen.

 


Straubinger Tagblatt | 20. März 2000

Sogwirkung in die Stille hinein

Der Gitarrist Stefan Barcsay begeisterte in der Asamkirche

Mit dem vielfach tätigen Stefan Barcsay bekam man einen Gitarristen zu Gehör, den ich – trotz aller Vorsicht bei Vergleichen – als Dinu Lipatti der Gitarre bezeichnen möchte. Wie Barcsay spielte, erinnerte stark an die Aufnahmen des vor bald 50 Jahren jung verstorbenen Meisters subtiler Gestaltung. Schlichtheit im Ausdruck, Akkuratesse bei der Gestaltung des Tons, nahezu makellose Technik, stilsichere Musikalität und eine schier unendliche Palette der Klangschattierung konnte man bei Barcsay erleben. Er lässt der Musik ihren freien Atem. Er muss nicht Musik machen. Er muss nicht interpretieren. Die Musik ist in ihm und organisch entfaltet sie sich aus ihm heraus. Eine Flucht in laute und effekthaschende Vordergründigkeit hat er nicht nötig. Mit seinem konzentrierten Musizieren bringt er es fertig, dass 70 Minuten intensiv und ohne Husten, Räuspern oder Schneuzen gehört wird. Seine Darbietung von vier verschiedenen Komponisten hatte eine Sog-Wirkung in die Stille hinein, wie sie sich bei öffentlichen Darbietungen allzu selten ergibt. Man wurde in eine Welt der Zartheit, liebevoller Höflichkeit und des filigranen Sich-Verströmens hineingezogen, welche – grenzüberschreitend betrachtet – etwas apart Duftendes an sich hatte.

 



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